 |
Viele Küstenfliegenfischer kennen das
Problem nur zu gut: eine reine Schwimmschnur ist eigentlich nur bei
stillem Wetter gut, bei "Kurzwellengang" wird durch ihr Schwimmvermögen
jedoch der Kontakt zur Fliege vermindert. Die Alternative sind "Intermediate"-
Fliegenschnüre, doch diese sinken oft viel schneller als gewünscht...
Seit einiger Zeit werden für diesen Zweck besser geeignete "Slow
Intermediate" Fliegenschnüre angeboten, die nur leicht einsinken und
sich daher wirklich in den Oberflächen- schichten fischen lassen. Wir
hätten uns glatt gewundert, wenn es die nun hier vorliegende Coastal
Fliegenschnur nicht irgendwann von Guideline gegeben hätte, nur seltsam,
das es so lange gedauert hat |
| - denn die Guideline-Jungs lieben
bekanntlich Meerforellen und Lachse... Unser
Testmodell war eine Guideline Coastal als WF7SI. |
|
Herstellerangaben: |
Guideline Coastal - WF7SI |
| Art: |
Slow Intermediate
Keulenschnur (WF SI), mit schwimmender Runningline, Farbe: Keule: pale
blue (hellblau) / Runningline: bone (blassblau) |
| Schnurklasse: |
# 7 (Keulengewichtsangabe
lt. Verpackung: 17 Gramm) |
| Länge: |
Angaben auf Verpackung:
27,4 Meter | Angaben auf GL-Website: 32 Meter |
| Aufbau: |
siehe unten |
| Schnurkern: |
geflochten, dehnungsarm
("Power Core") |
| Besonderheiten: |
Slow Intermediate Keule =
Sinkrate 1,25 cm/sec. / Schnurdehnung unter 5% - für bessere Wurf-,
Hak- und Drilleigenschaften |
| Lieferumfang: |
Fliegenschnur auf
Plastikspule und im Umkarton, keine Loops oder Schlaufen |
| Preis: |
UVP 77 € (bei ADH - siehe
unten - 69,90 €) |
verfügbare Schnüre
in dieser Serie (Stand Oktober 2008): |
als WF/SI in 4
Schnurklassen von #6 bis #9 |
| E |
Eigene Messungen und Praxistest: |
| Länge: |
Gesamt: 31,30 Meter |
| Klassifizierung: |
Die ersten 9,14 Schnurmeter wiegen 16
Gramm, das Gewicht liegt damit nach der
AFTMA-Tabelle bei Klasse #9. Das Gewicht der gesamten, 10,80 Meter
langen Keule beträgt 17,7 Gramm. |
| Art / Aufbau: |
Nach der kurzen Spitze nimmt der
Schnurdurchmesser auf etwa 2,30 Meter stetig zu, dann erreicht die
Schnur ihre Hauptstärke, die sie auf 6,50 Meter behält, anschließend
kommt ein 2,00 Meter langes Rear-Taper und schließlich die 20,50 Meter
lange, farblich abgesetzte Runningline. Spitzen- und Schnurdurchmesser
(Dicke der Keule) passen eher zu einer Schnur Klasse #7-8. Die
Runningline ist nicht zu dünn, sehr glatt und griffig. |
| Eigenschaften: |
Oberfläche / Schnurart: Keule:
sehr glatte, leicht glänzende Oberfläche / geschmeidig, mittlere Steife
/ Runningline: extra glatte, leicht glänzende Oberfläche, mittlere
Steife
Gesamt-Handhabung: hervorragend
Schusseigenschaften: hervorragend
Wurf-Handling: insgesamt sehr gut,
gut abgestimmtes Taper mit den richtigen Abmessungen für eine gute
Küsten-Power-Schnur (etwas kürzere Keule als bei der beliebten Pounch),
gute Gewichtsverteilung, Schnurbalance und Stabilität beim Wurf, gute
Qualitäten auf mittleren Distanzen und besonders, wenn es weit hinaus
gehen soll. Die farbliche Unterteilung von Keule und Runningline
erleichtert das Erkennen der optimalen Rutenaufladung.
Ausgewogenheit: sehr gut
Schwimmvermögen:
die gesamte Keule sinkt leicht und ganz langsam in die Wasseroberfläche
ein - genauso wie vorgesehen. Runningline: gutes Schwimmvermögen
Abrolleigenschaften: sehr gut
Farb-Empfinden: gut
Haltbarkeit: gut, keine
Abnutzungserscheinungen festgestellt, soweit über den Testzeitraum
einigen Wochen beurteilbar
Eignung für div. Trick- und
Spezialwürfe: gut
Memory-Effekt: Bei
unterschiedlichen Temperaturen und Witterungen, besonders beim
Testeinsatz in der kühleren Jahreszeit, zeigte die Coastal keine
Auffälligkeiten. Sehr gute Eignung für kaltes Wasser. (Hochsommerliche
Temparaturen nicht von uns getestet).
Sonstiges: --- |
| Zusammenfassung: |
Nach einigen Durchgängen an Seen und
an der Küste waren sich unsere Tester einig: die isses! Die Schnur
vereint eine hervorragende Wurf-Performance, welche man von den
Guideline "Küstenschnüren" ja schon kennt, mit einer optimalen
Fliegenführung. Durch die etwas kürzere Keule als bei der beliebten
Pounch lässt sie sich fast noch besser als diese händeln, sie ist
vielseitiger an den verschiedenen Küstenplätzen einsetzbar, auch bei
weniger Rückraum für den Wurf. Dafür sorgen auch ein verbesserter
Taperaufbau nebst Gewichtsverteilung. Durch den minimalen Sinkeffekt
fischt die Fliege eigentlich immer perfekt und ermöglicht dem Fischer
auch bei Wind und Wellengang eine bessere Kontrolle, als es mit einer
reinen Schwimmschnur möglich wäre. Andere Intermediate-Schnüre sinken
dagegen so schnell ab, dass man - nicht nur - in flacheren Bereichen
andauernd Grundkontakt bekommt. Nicht so die Coastal - die bleibt schön
in den oberen Wasserbereichen. Sehr gut gelöst! Auch bei der Coastal
gilt: Übergewichtung berücksichtigen und die für die eigene Fliegenrute
passende Schnur kaufen. Da das nachgemessene Keulengewicht knapp 1 Gramm
nach oben von dem auf der Verpackung genannten Gewicht abweicht, ist der
Käufer seitens des Herstellers zwar informiert, was lobenswert ist, aber
nicht korrekt! Hier hilft im Zweifelsfall - einmal mehr - nur
ausprobieren! In der Regel klappt das Zusammenspiel mit einer modernen
#7er Rute aber gut. Einen Minuspunkt gibt es für die fehlende
Frontschlaufe (bei ADH bekommen Sie auf Wunsch eine geschweißte
Frontschlaufe - ohne Mehrkosten). |
|