Cul de Canard (CDC), darunter versteht man die Federn von Wasservögeln, vor allem von Enten, welche sich an der Oberseite der Schwanzwurzel um die Bürzeldrüse herum befinden.
Berühmt ist CDC vor allem durch seine hervorragende Schwimmfähigkeit und der Verwendung bei Trockenfliegen geworden.
Da die CDC-Federn unmittelbar um die Bürzeldrüse bei vielen Wasservögeln sitzen und in der Natur sich auf ihnen viel des öligen Sekretes befindet, welches Wasservögel nutzen um ihr Gefieder zu pflegen und wasserabstoßend zu machen, denken viele, dass die CDC-Feder durch das Öl so gut schwimmt, was allerdings nur bedingt zutrifft.
Fakt ist, dass die CDC-Feder durch weitere Behandlungen und vor allem durch den Färbungsprozess das meiste Öl verliert. Dies ist aber nicht weiter schlimm.
Der große Clou sind die extrem vielen kleinen Verästelungen jeder einzelnen Fiber einer CDC-Feder. Diese durchbrechen nur schwerlich den Oberflächenfilm, da die Verästelungen eine große Oberfläche bei geringem Gewicht erzeugen. Dies führt zum guten Schwimmvermögen. Deshalb sollte man CDC-Trockenfliegen auch niemals mit zu dickem Fliegenfett behandeln, da sonst die Verästelungen der Fibern zusammenkleben. Anstatt die Schwimmfähigkeit zu erhöhen, verringert man sie vielmehr.
Forschungen haben ergeben, dass Fische Probleme haben klare Abgrenzungen zu erkennen. Sie sehen ein wenig verschwommen, was für die Fische kein Problem darstellt, für uns aber einen großen Vorteil bringt!
Bindet man z.B. die Flügel einer Trockenfliege mit CDC, so sieht die Fliege für den Fisch durch das diffuse Erscheinungsbild von CDC täuschend echt aus, was ihn zum Anbiss verleitet.
Bei der Fischerei auf Forelle, Äschen, Saiblingen, etc. ist CDC mittlerweile nicht mehr wegzudenken, egal ob bei Trockenfliege, Emerger oder Nymphe.
Unter Wasser wirkt CDC genauso verführerisch auf die Fische wie auf der Wasseroberfläche. Natürliche Formen und Bewegungen imitiert es wie kein anderes Material.
Darüber hinaus hat CDC viele weitere Anwendungsmöglichkeiten. Garnelen, Tangläufer, Mysiden und sonstige Meerforellenfliegen lassen sich hervorragend mit CDC herstellen.
Mit grünem CDC lassen sich geniale Meeräschenfliegen binden, welche geradezu verlockend im Wasser schweben oder im Zeitlupentempo absinken.
Selbst bei der Fischerei in den Flats der Tropen hat CDC Einzug gehalten und findet immer mehr Verwendung beim binden von z.B. Bonefishfliegen.
CDC zu verarbeiten ist recht einfach und wird zum Beispiel durch das Binde-Tool von Marc Petitjean, einem der ganz großen Pioniere des Bindens mit CDC weltweit, noch einfacher.
Wie bei vielen Bindematerialien gilt auch beim CDC, dass das Arbeiten mit guter Qualität wesentlich einfacher, teilweise sogar kostengünstiger ist. Eine Feder von guter Qualität liefert oft das gleiche oder ein besseres Ergebnis als 4-5 Federn minderer Qualität, zudem geht das Binden wesentlich schneller von der Hand.