Bernds Kolumne: Raubzüge

Bernd Kuleisa

Liebe adh-Freunde!


Im Oktober verabschiedet sich die klassische Fliegenfischerei mit einem Tusch! Es wird noch ein letztes Mal so richtig klasse – auf Äschen und Forellen. Jeder weiß das, aber plant Ihr auch eine entsprechende Reise? Ich schon! In der Voralpenregion fühle ich mich während des Indianersommers so richtig wohl.
Doch bald meldet sich dann der Herbst und andere Zielfische kommen in den Blick.
Huchenfans – und ich kenne einige davon sehr gut – bezeichnen die Huchensaison als fünfte Jahreszeit und lächeln nur über andere, die sich noch an Äschen und Forellchen gütlich tun.
Besonders in Bayern und Österreich hat sich viel getan, was die Durchgängigkeit der Flüsse angeht. Ich sehe das mit großem Respekt und freue mich darüber, dass hier und da wieder Huchen auftauchen, weil sie aus dem Inn (beispielsweise) wieder in die Nebenflüsse wandern können. Letztes Jahr hatte ich einen Kleinen (70er) in der Mühlheimer Ache dran, den ich aus Versehen beim Nymphen an eine 18er Goldkopf locken konnte. Leider kam er wieder ab, aber immerhin – ein Erlebnis! Dort, in der Ache, war 30 Jahre nix mit Hucho hucho, jetzt kommen sie wieder.

Wie fischt man nun auf Huchen? Mit ganz großen Streamern, sozusagen gezielt? Oder lieber mit moderat großen Mustern? Ein Freund von mir fischt genauso so (moderat) und fängt an jedem Fischertag Regenbogen mit 2 oder 3 Kilo und eben ab und zu einen Huchen als Drüberstreuer. Und der kann dann schon mal „metrig“ sein, also über einen Meter lang. Besonders für den Oktober, wo die Forellen noch offen sind, ist dieser Plan der Doppelstrategie sehr interessant.
Wie groß sollten die Streamer denn nun genau sein? Vorschlag: so groß, dass sie sich noch gut mit einer 7er oder 8er Rute werfen lassen. Also etwas kleiner als XL-Hechtstreamer, aber doch eine Spur größer als übliche Forellenstreamer.
Was viele abschreckt beim Huchenfischen ist der Umgang mit Sinkleinen und den unvermeidlichen, zahlreichen Hängern. Dazu darf ich sagen: Der Streamer muss nicht „am Grund kratzen“, um interessant für den Donaulachs zu sein. Der Zielfisch hat zwar häufig sein Zuhause in tiefen Pools, doch dort beißt er selten! Geht er auf Raubzug, nimmt er oft Einstand an metertiefen Abbruchkanten und erwischen wir ihn dort, so nimmt er die Fliege sehr gerne an.
Und dann?
Kann man denn einen 15 Kilo Huchen mit einer 7er Rute überhaupt landen? Dazu muss man wissen: so arg kämpferisch sind sie nicht. Kein Vergleich mit dem diesbezüglich nur sehr entfernt verwandten Lachs. (Alle erfahrenen Huchenfischer, die ich kenne, bestätigen das.)

Schöne Huchenreviere gibt es in Bayern, Österreich, Slowenien, um einige Landstriche zu nennen, und Flüsse wie Lech, Mur, Gail, Pielach, Regen oder Isar bieten recht gute Chancen.
Und – ja, das stimmt – es ist nicht immer einfach, Karten für eine Strecke zu bekommen. Ist es einfach oder sehr preiswert, dann darf man Zweifel haben, ob es wirklich dort „gut“ ist. Aber muss denn immer alles einfach sein? Darf denn nicht zumindest ein Fisch, schwierig zu fangen sozusagen eine Lebensaufgabe sein?
Schaut mal: Ich habe noch nie einen richtig guten Huchen gefangen. Trotz mancher Bemühung an der Pielach oder Ammer oder Mur. Einmal hatte ich einen richtig Schönen in der Pielach dran, doch auch der kam ab…

Macht’s also nicht nur gut, sondern besser! Fangt einen!

Herzlichst, Euer
Bernd

 

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