Fliegenfischen vom Bellyboot

Bellyboot

 

Schilfgürtel, Seerosenfelder, versunkene Bäume, Abbruchkanten, überhängende Büsche und Sträucher. Alles bevorzugte Standplätze von Hechten in Stillgewässern - und somit ideale Angelplätze für uns Fliegenfischer. Aber leider hat man als Ufer- und Watangler nur in seltenen Fällen das Privileg, diese Hot-Spots auch effektiv abfischen zu können. Denn allzu häufig vermiesen uns schlammige Uferzonen, hohe und dichte Vegetation sowie unsere begrenzte Wurfweite mächtig die Tour. Uns bleiben dann nur die dünn gesähten, erreichbaren Spots übrig. Damit sind wir nicht allein und im Folgeschluss sind diese Stellen häufig völlig überlaufen und können daher selten das einhalten, was ihr Potential verspricht. Zum Glück gibt es Alternativen! Zwei Möglichkeiten stellen die Fischerei vom Boot und vom Bellyboot dar.

Warum ein Bellyboot?
Die erste ist jedoch mit vielen Hürden verbunden: hohe Anschaffungspreise für Boot und Trailer, aufwendiger Transport, Abhängigkeit von Rampen und die eventuelle Notwenidkeit eines Bootsführerscheins. Das Bellyboot hat hier viele Vorteile. Preislich ist es deutlich interessanter, ist selbst in kleinen PKW schnell verstaut, wird auf dem Rücken zu Fuß ans Wasser getragen und ist somit vollkommen unabhängig von ausgewiesenen Slipstellen. Sicherlich, den Komfort und den Platz eines ‚richtigen Bootes‘ kann das Bellyboot nicht liefern. Im Gegensatz zu diesem ist man jedoch wesentlich näher an Fisch und Action dran. Nur wenige Disziplinen des Fliegenfischens können ein vergleichbar intensives Erlebnis bieten wie es beim Hechtfischen vom ‚Belly‘ der Fall ist. Es ist einfach genial so tief und intim in die Welt von Esox lucius einzutauchen. Mit den Beinen im Wasser schärft die Fischerei vom Bellyboot die Warnehmung. Biss, Drill und insbesondere die Landung des Fisches sind wesentlich intensiver. Auch darin liegt das hohe Suchtpotential des Bellyboot-Fischens!

 

Komfort und Sicherheit
Doch nicht nur der Spaßfaktor und die auf der Hand liegenden fischereilichen Vorteile haben zum Boom des Bellyboots geführt. Auch der technische Fortschritt, den die schwimmenden Untersätze in den lezten 20 Jahren durchlaufen haben, spielen eine wichtige Rolle. Vor noch nicht allzu langer Zeit musste man sich nämlich in anti-stromlininienförmigen, kreisrunden Modellen über die Wasserflächen quälen und war zudem der niedrigen Sitzposition, mit dem Gesäß im Wasser hängend, ausgeliefert. Im Gegensatz zu diesen veralteten ‚Kisten‘ bieten moderne Modelle eine dynamische V- oder U-Form und ein schwimmendes Sitzpolster, das eine erhöhte Sitzposition über dem Wasser gewährleistet. Somit sind Manövrierbarkeit, Komfort und besonders der Freiraum beim Werfen deutlich verbessert worden. Außerdem haben die meisten Modelle heute mehrere getrennt voneinander aufblasbare Schwimmkörper, wodurch auch der Sicherheitsfaktor erheblich gesteigert wurde. Dies soll allerdings nicht den Verzicht einer Schwimmweste bedeuten, die für die meisten Fliegenfischer ohnehin eine Selbstverständlichkeit ist. Wem herkömmliche Modelle allerdings zu sperrig und unbequem sind, der kann auch auf eine Platz sparende Automatik Rettungsweste zurrückgreifen.

 

Pimp your Float Tube!
Weitere empfehlenswerte Accessoires für das Bellyboot sind Klappanker, Bojen und Rutenhalter. In manchen Situation erweist sich das Mitführen dieses Trios als außerordentlich hilfreich. Der Anker ermöglicht es beispielsweise verheißungsvolle Spots ausgiebiger abzuklopfen, ohne gleich von Wind und Strömung verdriftet zu werden. Auch im Falle eines Nachläufers erlaubt der Anker Fliege und Schnur in Ruhe zu wechseln (um dem Hecht ein Alternativ-Angebot zu machen), ohne dass währenddessen Orientierung und Spot aus den Augen verloren gehen. Selbstredend ist es in solchen Fällen noch besser gleich einen Rutenhalten mit mehreren fertig montierten Ruten zu besitzen. Das erspart kostbare Zeit und kann am Ende des Tages den ein oder anderen Fisch mehr bedeuten! Sollte der Fisch auch weitere Muster ausschlagen, kann man mit einer Boje den Standplatz markieren und es später noch einmal versuchen. Nicht zu vergessen ist überdies der Sicherheitsfaktor, den ein Anker zusätzlich bietet. Im Falle eines Falles kann nämlich vom verankerten Belly ein plötzlich wechselnder Wind, unvorhersehbare Strömungen, oder ein Wadenkrampf einfach ausgesessen werden.

 

Paddeln ist angesagt!
Apropos: Ein vernünftiges Paar Flossen ermöglicht nicht nur einen zügigen Vortrieb, sondern spart auch Kräfte und beugt unangenehmen Wadenkrämpfen vor. Grundsätzlich können zwei Typen von Bellyboot-Flossen unterschieden werden: Auf dem Markt finden sich zum einen Modelle, die über den Watschuhen getragen werden. Sie haben den Vorteil, dass die ohnehin im Repertoire befindlichen Schuhe auf dem Weg ans Wasser genutzt werden können. In Sachen Energieeffiziens sind diese Flossen allerdings suboptimal, da die klobigen Watschuhe nicht gerade zum Vortrieb beitragen. Eine bessere und zugleich bequemere Alternative bieten deshalb Flossen, die direkt über den Neoprenfüßlingen der Wathose getragen werden. Zum Schutz des Füßlings kann zusätzlich eine dünne Neoprensocke übergezogen werden. Ein positiver Nebeneffekt: Im Winter bleiben die Füße deutlich länger warm.

 

Vorteile beim Fischen?
Aus fischereilicher Perspektive bietet das Bellyboot gerade beim Fischen auf Hecht viele tolle Möglichkeiten. Plötzlich werden Stellen befischbar, die sonst nur vom Boot aus erreichbar sind: Das tiefe Freiwasser, weit entfernte Krautbänke, Plateaus und strukturreiche Standplätze wie Brückenpfeiler, Stege und Häfen. All jene erfolgsversprechenden Stellen sind plötzlich ohne große Mühen zugänglich! Aber auch beim Befischen der Uferstrukturen birgt das Bellyboot Vorteile, denn nun kann man den Streamer vom flachen ins tiefe Wasser führen. Damit imitiert man eine vermeintlich schwache Beute, die den schützenden Uferbereich verlässt. Ein sehr attraktives Angebot, das den wachsam lauernden Augen des Hechtes sicher nicht entgeht. Im gegensätzlichen Fall, dem Wurf vom Ufer aus, muss der Hecht sich hingegen schnell entscheiden, ob sich die anstrengende Verfolgungsjagdt der Beute in Richtung schützendes Ufer überhaupt lohnt. Gerade faulere Hechte werden sich oft dagegen entscheiden und deshalb hat an Tagen mit insgesamt wenig Fischaktivität das Bellyboot unterm Strich die Nase vorn. Auch die Tatsache, dass beim Uferangeln und Waten sehr flach stehende Hechte oftmals ‚vertreten‘ bzw. verscheucht werden, spricht für das Bellyboot. Grundsätzlich wird ein Bellyboot von den Fischen weniger als Gefahr eingestuft und man kann sich ihnen deutlich unauffälliger nähern.

 

Vielseitigkeit
Aber nicht nur Hechfischer wissen die Vorteile von Bellybooten zu schätzen. Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis lohnt sich die Fischerei vom Belly auf jeden Zielfisch ausserhalb der typischen Forellen- und Äschenregion: Wolfsbarsch, Meerforelle, Dorsch und Hornhecht an der Küste, Seeforelle, Barsch, Zander, Weißfische, Karpfen und sogar Welse in Seen und großen Flüssen … you name it! Den Möglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt - solange die eigene Sicherheit immer oberste Priorität genießt! Neben Anker (samt ausreichend Ankerleine) und Schwimmweste gehört dazu natürlich auch das Mitführen eines Mobiltelefons in einem wasserdichten Beutel oder einem Rucksack, der auf dem ‚Rücksitz‘ verstaut wird. Gerade als Anfänger oder beim Fischen auf größeren und offenen Gewässern sollte man möglichst nicht alleine losziehen und zusätlich seine Ab- und Ankunftzeiten kommunizieren. Wer an der Ostseeküste auf Streiftour gehen bzw. schwimmen möchte, der sollte natürlich vor Abfahrt den Wetterbericht, Gezeitenhub und Stömung studiert haben.

 

Bellyboot Virus!
Ganz egal ‚wo’ und auf ‚was’ man zum ersten Mal mit dem einem Bellyboot fischt, eins ist gewiss: Unweigerlich wird man von einem Virus gepackt, der einen nicht mehr loslässt. Bellyboote schenken uns Fliegenfischern ein Stück Freiheit, die wir nicht mehr missen möchten! Und dabei spielt es zunächst keine große Rolle ob man sich für ein Einsteigermodell oder ein Belly aus dem Premium-Sektor entscheidet. Die vorhandenen Unterschiede in Verarbeitung, Platzangebot und Sitzkomfort zeichnen sich erst später ab. Mit Preis-Leistungs-Siegern wie dem 'Drifter' von Guideline oder den Modellen von Seven Bass kann man nichts falsch machen - nicht ohne Grund gehören sie zu den meistgenutzten Bellybooten in Europa. Wichtiger ist, dass die aufblasbare Schwimmhilfe auch richtig aufgebaut bzw. aufgeblasen wird (siehe Video mit Chris Rownes für adh-fishing TV). Nur so kann gewährleistet werden, dass die neugewonnene Freiheit lange in vollen Zügen genossen werden kann.


Wir wünschen dir eine gute Fahrt und Tight Lines!

 

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