Rock Treads - Wade Safer, Wade Harder

Rocktreads

 

Wade Safer, Wade Harder - Unter diesem Motto hat sich die Firma Rock Treads aus den USA das ambitionierte Ziel gesetzt, die besten Spikes auf dem Markt zu entwickeln. Martin Rieck von World Fly Angler hat das innovative System von Rock Treads an seinen Simms Watschuhen mit Vibramsohle getestet und stellt die Montage vor.

 

Noch bis vor einigen Jahren stellte sich bezüglich der Besohlung eines Watschuhs nur eine Frage: „Filz oder Vibram?“. Und bereits diese eine Frage rief in der Fliegenfischerszene regelmäßig hitzige Diskussionen hervor - denn jede Sohle hat ihre Vor- und Nachteile und ihre überzeugten Anweder. Mittlerweile stellt sich zusätzlich zur Frage des eigentlichen Sohlenmaterials eine zweite Frage: "Mit Spikes oder ohne?" Denn wenn ein Watschuh nicht bereits vom Hersteller mit Spikes verkauft wird (z.B. von Patagonia oder Andrews), dann stehen uns Fliegenfischern unterschiedliche Spikes zur Verfügung, um unserer Sohle noch mehr Grip zu verpassen. Alu Bars, Hardbites, Tungsten- oder Aluminium-Bites. Unterschiedliche Formen, unterschiedliche Materialien, aber EINE zentrale Funktion: Das Waten sicherer zu machen!

Die nachträgliche Montage der Spikes funktioniert bei den meisten Prdoukten dabei ähnlich und geht relativ schnell von der Hand. Anders bei den innovativen Spikes von Rock Treads. Für die erstmalige Montage muss man ein bisschen mehr Zeit mitbringen - und ein wenig Mut. Denn der größte Unterschied zu herkömmlichen Spikes besteht darin, dass sie nicht nur IN die Sohle geschraubt werden, sondern DURCH die Sohle. Die Montage der Rock Trads Spikes in Form von Aluminiumscheiben erfolgt durch metrische Schrauben, die durch die komplette Sohle des Schuhwerks gesteckt und durch eine Mutter an der Sohle fixiert werden.

 

Rock Treads

 

Hierzu erhält man beim Kauf (je nach System) 24 bis 68 Schrauben in zwei bis fünf verschiedenen Längen. Den passenden Bohrer samt Bit gibt es ebenfalls dazu. Von den Scheiben werden immer 22 Scheiben in 3 unterschiedlichen Größen mitgeliefert, sowie eine Schraubensicherung in Form eines starken Spezialklebers. Die Aluminiumscheiben sind sehr weich und krallen sich dabei deutlich besser in den Untergrund (z.B. Gestein). Sie bieten einen beeindruckenden Grip ohne bei Bewegungen laut zu knirschen; wie man es von anderen, harten Spikes kennt. Sollten eine oder mehrere Scheiben abgenutzt sein, können diese nachgekauft und ausgetauscht werden. Für das Ersetzen einer abgenutzten Scheibe wird die metrische Schraube einfach gelöst und die alte Scheibe einfach gegen eine neue getauscht. Das geht sehr schnell und ist ein klarer Vorteil gegenüber den anderen Spikes auf dem Markt, denn beim Austauschen und Nachrüsten der Rock Treads kann ein und das selbe Loch verwendet werden. Bei anderen Spikes muss häufig ein neues Loch gebohrt werden. Das zieht die Sohle mit der Zeit in Mitleidenschaft. Es spielt somit keine Rolle wie lange der Schuh getragen oder wie oft die Spikes demontiert oder montiert, bzw. gewechselt werden. Die Sohle behält über den ganzen Zeitraum die Anzahl von Löchern, für die man sich entschieden hat.

Ein positiver Nebeneffekt beim Nutzen des Rock Tread Systems ist übrigens, dass die die Verbindung "Sohle und Schuh" durch das Klemmen der Scheiben gestärkt wird.

 

Rock Treads

 

Die Montage

Es gibt drei verschiedene Kits von Rock Treads. Für Filzsohlen, für Gummisohlen (z.b. aus Vibram) und für Wechselsohlen (z.B. von Hodgman).

Die beiden Fixed Soles Kits bestehen aus 22 Scheiben (bzw. 22 Spikes) in 3 verschiedenen Größen, 68 Schrauben in 5 verschiedenen Größen und 24 Kontermuttern. Dazu kommen ein passender Bohrer, ein Bit sowie ein Schraubenkleber. Zuerst muss die Einlagesohle (innen) aus dem Watschuh genommen werden - damit diese nicht durchbohrt wird. Die Einlage wird am Ende der Montage wieder eingelegt, sodass die Kontermuttern bedeckt sind.

 

Zunächst gilt es die passenden Stellen für die Spikes auf der Sohle zu finden. Auf der Homepage von Rocktreads findet man bereits Vorschläge, an welchen Stellen die Scheiben befestigt werden können. Man kann diese aber natürlich auch individuell platzieren. Um einen Überblick zu erhalten ist es sinnvoll, die Scheiben erst einmal nur lose auf den umgedrehten Schuh zu legen. Passt alles, werden die Stellen markiert. Im nächsten Schritt wird es ernst. Denn jetzt bohrt man mit dem beiliegenden Bohrer vorsichtig durch die Schuhsohle bis der Bohrer im Innenschuh zu sehen ist. Nur Mut! Einfacher geht es übrigens, wenn der Schuh dabei so locker wie möglich geschnürt ist.

 

Rock Treads

 

In meinem Fall habe ich nach wenigen Minuten 8 Löcher in meinem Simms Watschuh. Als nächstes werden die abgeflachten Kontermuttern von innen eingedrückt. Nun können die verschiedenen Scheiben mittels der Schrauben fixiert werden. Die Wahl der passenden Schraube hängt von der Dicke der Sohle ab. Hier gibt es bereits Unterschiede zwischen dem Bereich der Hacke und der Zehen. Als letztes wird die Einlage wieder in den Schuh gelegt und die Montage ist abgeschlossen.

 

Der Test

Bereits vom ersten Test bin ich positiv überrascht. Denn das Geräusch beim Betreten von Asphalt oder anderen harten Böden ist deutlich angenehmer als mit einem Hardbite. Das wird sich auch Unterwasser auf Steinen etc. bemerkbar machen. Die flach liegenden Muttern im Inneren des Schuhes spürt man durch die Einlage und die Füßlinge nicht. Eine meiner anfänglichen Befürchtungen ist somit verglogen. Was allerdings spürbar ist, ist der enorme Grip auf vielen verschiedenen Flächen wie bewachsenen Steine, Baumstämmen, Blasentang oder dergleichen. Beim ersten Test am Fischwasser war ich sehr beeindruckt. Denn der Schuh kommt durch die Scheiben sehr schnell zum „Stehen“ und man rutscht beispielsweise beim Durchqueren des Flussbettes nicht stromab. Bereits beim Auftreten ist direkt ein deutlicher Halt zu spüren.

 

Rock Treads

 


Anfänglich habe ich gedacht, dass die Rock Treads nur zum Nachrüsten bei "alten Watschuhen" in Frage kommen. Von dieser Einschätzung bin ich nach den ersten Erfahrungen allerdings komplett abgekommen. Denn die Spikes aus Aluminium von Rock Treads kommen nicht nur in Frage um alte Sohlen am Leben zu halten, sondern ich würde sie auch ohne Bedenken in neue Watschuhe schrauben. Und in diesem Zuge macht auch die etwas abschreckende Erstmontage der Scheiben einen Sinn. Denn sollte ein Watschuh einen Fliegenfischer über mehrere Jahre hinweg begleiten, in denen aber die Rock Treads Scheiben bei Bedarf erneuert werden, ist es nicht nötig immer wieder neue Löcher zu bohren. Im Sinne der Nachhaltigkeit also ein großer Vorteil gegenüber anderen, herkömmlichen Spikes. Einfach die Schraube lösen, eine neue Alu-Scheibe unterlegen und diese durch die Schraube im gleichen Loch wieder fixieren. Ganz einfach! Und wenn man für einen Angeltrip auf die Scheiben komplett verzichten möchte? Kein Problem! Einfach Scheiben und Schrauben entfernen und die Muttern im Schuh lassen, sodass man bei Bedarf die Scheiben schnell wieder anschrauben kann.

Insgesamt also ein sehr flexibles und durchdachtes System! Bei einem herkömmlichen Spike, der einfach in die Gummi- oder Filzsohle gedreht wird ist es hingegen nicht ratsam, diesen mehr als einmal an gleicher Stelle anzubringen, da die Sohle durch die Schrauben so zerstört werden kann, dass der Spike keinen Halt mehr findet.


Nach meinen ausgedehnten Tests an der Ostsee und im Fluss hinterlassen die Rock Treads bei mir einen sehr positiven Eindruck. Auf allen Untergründen hatte ich einen sehr guten Halt und würde ohne zu Zögern, meine Simms Watschuhe jederzeit wieder durchbohren.
 

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