Fliegenfischen auf Atlantischen Lachs – eine kompakte Starthilfe

Saisonstart

 
Ununterbrochen krumme Ruten und ein Fisch nach dem anderen! Wer das sucht, der wird vermutlich beim Lachsfischen nicht fündig, sagt unser Mitarbeiter Philip Casey und führt euch mit diesem Beitrag in die Welt von Salmo Salar, dem Atlantischen Lachs ein.

Lachsfischen - diese fast schon mystische Disziplin hat so einiges mehr zu bieten: einen meditativen Charakter, unterbrochen durch schiere Machtlosigkeit im Drill, gefolgt von einem unvergleichlichem Glücksgefühl. Dass diese Kombination schlichtweg abhängig macht ist also kaum verwunderlich. Wenn Salmo Salar die Flüsse Europas und der Ostküste Nordamerikas aufsteigt bringt er die geballte Kraft des Atlantiks in Reichweite des Fliegenfischers – und das jedes Jahr aufs Neue! Der jährliche Lachsaufstieg prägt ganze Regionen und zieht weltweit ambitionierte Fliegenfischer in seinen Bann. Doch was genau treibt uns Lachsangler an? Eine Frage, auf die jeder von uns seine ganz persönliche Antwort formulieren kann. Sei es ein innerer Drang, die Suche nach dem Fisch des Lebens oder schlichtweg der Einklang mit sich und der Natur: In jedem Fall ist das Fliegenfischen auf Lachs Faszination pur!
Zugegeben kann dieser Beitrag wohl kaum alles abdecken, was es zum Thema Lachs zu wissen gibt – das versucht er auch gar nicht. Vielmehr geht es darum, eine Starthilfe für Lachs-Neulinge zu bieten und den Leser dazu zu ermutigen, sich der „Passion Lachs“ hinzugeben. Als verantwortungsbewusste Plattform sprechen wir an dieser Stelle jedoch eine ganz klare Warnung aus: Lachsangeln macht süchtig – die berauschende Wirkung solcher Erlebnisse ist nicht zu unterschätzen. Wir übernehme also keinerlei Verantwortung für die Besessenheit und den Drang nach Abenteuer, die Salmo Salar in dir auslösen könnte.


Grob formuliert lässt sich das Fliegenfischen auf Lachs in zwei wesentliche Komponenten unterteilen: Die Ausrüstung und das taktische Vorgehen.

Die Ausrüstung - Was wird benötigt?

Die Rute:

Widmen wir uns zunächst der Ausrüstung. Hierbei gilt es, eine Vielzahl an situationsbedingten Entscheidungen zu treffen,  um die ersehnte Verbindung zum Fisch erfolgreich herzustellen. Wie so oft beginnt dies mit der Wahl der passenden Rute, bei der man sich die übliche Frage stellen muss: Möchte ich ein Setup, das vielseitig einsetzbar oder spezifisch auf einen bestimmten Gewässertypen abgestimmt ist?
Gehen wir zunächst von der Ideallösung aus. Gleich mehrere Faktoren bestimmen maßgeblich die Wahl der Rute: Allem voran die Gewässergröße, gefolgt von der Größe der zu erwartenden Fische und dem aktuellen Wasserstand, oftmals bedingt durch die Jahreszeit. Je nach Situation bieten sich alle Rutentypen an – Einhand-, Switch- oder Zweihandruten. Grob pauschalisiert lässt sich folgende Empfehlung für die unterschiedlichen Gewässertypen aussprechen:

  • Kleine Flüsse: Einhandruten ab Schnurklasse 7, Switchruten ab Schnurklasse 6/7 und leichte Zweihandruten der Schnurklassen 7/8 oder 8/9 mit einer Länge von bis zu 13 Fuß
  • Mittlere Flüsse: Zweihandruten der Schnurklassen 8/9 oder 9/10 mit einer Länge von 13 - 14 Fuß
  • Große Flüsse: Zweihandruten der Schnurklassen 9/10, 10/11 und 11/12 mit einer Länge von 14 - 15 Fuß

Die Wahl der idealen Rute ist jedoch stets stellenabhängig. So trifft man beispielsweise selbst an großen Flüssen auf Situationen, in denen eine Einhandrute von Vorteil wäre. Beispielsweise beim gezielten Abfischen von Strömungstaschen innerhalb einer Rausche oder beim Befischen einer engen Rinne, in der eine kurze Leine vollkommen ausreicht. Man bedenke, dass eine leichtere Rute stets eine gefühlvollere, leisere Präsentation ermöglicht. Unsere geliebte Mörrum in Südschweden ist ein weiteres Paradebeispiel für die situationsbedingte Anpassung des Setups an die herrschenden Bedingungen. Ein und derselbe Fluss verlangt bei der Fischerei auf kapitale Blanklachse im Frühjahr nach schwerem Gerät und während der sommerlichen Niedrigwasserphase nach einer vorsichtigen Präsentation mit leichter Rute. Wer also ein genaues Ziel vor Augen hat, der sollte sich dementsprechend mit einer zum Gewässer passenden Rute ausstatten.


All diejenigen, die sich für eine vielseitig einsetzbare Variante entscheiden sind mit einer Zweihandrute der Schnurklasse 9/10 und einer Länge von circa 14 Fuß gut beraten. Ähnlich wie die Schnurklasse 5 des Forellenfischens deckt diese Rute so ziemlich alle Situationen ab und ermöglicht das Fischen an einer Vielzahl von Gewässern. Völlig zu Recht handelt es sich hierbei um die klassische Einstiegsrute in die Welt der Zweihand-Fischerei.

Die Rolle:
Ebenso wichtig wie eine geeignete Rute ist eine hochwertige Rolle. Spätestens wenn der ersehnte Fisch gehakt ist wird schnell klar, warum man in diesem Fall größten Wert auf ein zuverlässiges Bremsensystem legen sollte. Außerdem verfügt die ideale Lachsrolle noch über weitere wichtige Eigenschaften. Um vor allem lange Zweihandruten perfekt auszubalancieren ist das Gewicht der Rolle von großer Bedeutung. Dass die Gewichtseinsparung bei der Rolle eine Entlastung darstellt ist im Bereich der Zweihandfischerei oftmals ein üblicher Trugschluss. Vielmehr ist eine nicht ausbalancierte und dadurch kopflastige Rute eine kräftezehrende Belastung. Möchte man dünne, monofile Running Lines verwenden um große Wurfweiten zu erzielen, so empfehlen sich außerdem Rollen mit geschlossenem Käfig. Des Weiteren sollte eine Lachsrolle über eine große Schnurkapazität für ausreichend Backing verfügen – mindestens 150 m sind nicht übertrieben. Dies hat schon so einige Fliegenfischer vor dem absoluten Horrorszenario bewahrt, denn atlantische Lachse sind bekannt dafür, stromab Reißaus zu nehmen. In solch einem Moment bleibt einem nichts weiter als die Beine sprichwörtlich in den Hand zu nehmen und dem Fisch zu folgen – doch genau diese Machtlosigkeit sorgt für unglaubliche Spannung!

Die Schnüre:
Zu guter Letzt rundet eine auf die Rute und Situation abgepasste Schnur das ideale Setup perfekt ab. Doch verschiedene Schnurtypen und die Notwendigkeit unterschiedlicher Sinkraten gestaltet die Wahl der Schnur zugegebenermaßen etwas komplexer als in anderen Disziplinen. Insbesondere beim Lachsfischen spaltet folgende Frage die Gesellschaft der Angler in zwei Lager: Vollschnur oder Schusskopf? Zweifellos haben beide Schnurtypen ihre Vorzüge. Die meisten Schussköpfe besitzen einen etwas kompakteren Aufbau, wodurch sie große Fliegen meist besser transportieren und zudem unanfälliger gegenüber Wind sind. Dank der oftmals deutlich längeren Keule einer Spey-Vollschnur muss man jedoch zwischen den Würfen weniger Schnur einstrippen – ein nicht zu unterschätzender Vorteil, durch den die Fliege letztlich mehr Zeit im Wasser verbringt. Wie sagt man außerdem so schön: Wer das Werfen mit Vollschnüren erlernt wird keinerlei Probleme mit Schussköpfen haben. Dennoch machen ein hohes Maß an Flexibilität und anfängerfreundliche Wurfeigenschaften vor allem Schussköpfe zu einer guten Wahl für Einsteiger.


Eine Schwimmschnur gehört zweifellos zur Grundausstattung eines jeden Lachsanglers. Doch egal ob Norwegen, Schottland, Russland oder sonst wo: Die Zeiten in denen Lachsfliegen ausschließlich im Bereich der Wasseroberfläche schwammen sind schon lange vorbei. Daher sollte man stets unterschiedliche Sinkraten parat haben. Widmen wir uns nun also den sinkenden Alternativen, die deine Fischerei äußerst effektiv gestalten. Moderne Sinkschnüre verfügen über abgestufte Sinkraten, was eine unglaublich leichte Handhabung erzeugt. Äußerst populär und einfach zu bedienen sind Schussköpfe mit einem schwimmenden Hinterteil und einer sinkenden Spitze – beispielsweise in den Ausführungen F/S1/S2 und F/S2/S4. Sollten die Bedingungen es verlangen, so kann man selbstverständlich auch auf vollständig sinkende Varianten zurückgreifen. Um jedoch nicht bei jeder Drift den Gewässergrund „umzupflügen“ gilt es die Sinkrate stets an die jeweils herrschenden Bedingungen anzupassen. Daher haben sich in der praktischen Fischerei vor allem Schusskopfsysteme mit Wechselspitzen etabliert. Solche Systeme ermöglichen ein schnelles Wechseln der vorderen Spitze, wodurch sie ein unübertroffen hohes Maß an Flexibilität bieten. Ähnliches gilt beispielsweise auch für die Verwendung von sogenannten Polyleadern. Ein Set dieser konischen Vorfächer bietet verschiedene Sinkgeschwindigkeiten und stellt somit eine hervorragende Ergänzung zu gewöhnlichen Schussköpfen dar.


Beim Fischen von Sinkschüren begehen viele Leute den Fehler, ein langes konisches Vorfach oder ein zu langes Tippet vorzuschalten. In solch einem Fall erreicht die Fliege bei weitem nicht die Tiefe der Sinkschnur, wodurch die eigentliche Wirkung solcher Schnüre deutlich geschwächt wird. Wer seine Fliegen zuverlässig auf Tiefe bringen möchte ist mit einer kürzeren Spitze von circa 1,5 m gut beraten. Grundsätzlich gibt es zum Thema Vorfachspitze – dem schwächsten Glied in der Kette – stark unterschiedliche Ansichten. Doch die meisten Angler sind der Meinung, dass Lachse in der Regel nicht vorfachscheu sind. Den wohl kampfstärksten Salmoniden mit einem zu dünnen Tippet nachzustellen ist ohnehin witzlos. Daher empfiehlt sich eine Vorfachstärke zwischen 0,30 – 0,40 mm wahlweise aus Fluorocarbon oder Monofil. Auch bei der Wahl der Vorfachstärke gilt es eine stellenabhängige Entscheidung zu treffen. Sind Hindernisse wie Bäume oder Rauschen in eventueller Reichweite des Fisches, so sollte man in weiser Voraussicht zu einem stärkeren Tippet greifen. Eine Einsicht, die viele Lachsangler unnötigerweise erst nach dem ersten verlorenen Fisch erlangen.

Die Fliegen:
Auch unser nächstes Thema bietet genügend Stoff, um ganze Bücher zu füllen: Die Wahl der richtigen Fliege. Nun sehen wir uns mit einer schier unendlichen, stetig wachsenden Auswahl an Tuben- und Hakenfliegen konfrontiert. Dabei hat jeder Lachsangler seine eigenen Varianten berühmter Muster und persönliche Favoriten – manchen von ihnen werden gar magische Fähigkeiten zugesprochen. Für Einsteiger in die Materie gilt daher vor allem eines: nicht verrückt machen! Letztlich fangen alle gängigen Muster – man muss nur daran glauben. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob die Fliege fünf oder sechs Flash-Fasern besitzt und ob echter oder synthetischer Jungle Cock verwendet wurde. Kaum zu glauben, wie oft man entlang des Flusses in genau solche Diskussion gerät – vor allem wenn Fische gefangen wurden. Aberglaube spielt in dieser sagenumwobenen Disziplin eben eine große Rolle. Dennoch haben alle erfolgreichen Lachsfliegen eines gemein: das Vertrauen des Anglers. Für all diejenigen, deren Fliegenwahl nicht auf Intuition beruhen soll liefern folgende Faustregeln gute Anhaltspunkte:

  • Die Farbe der Fliege sollte stets der Wasserfarbe angepasst sein. So hat sich beispielsweise in teefarbenen Flüssen die klassische „Willie Gun Kombination“ etabliert – gelb, orange und schwarz. Letzteres sollte übrigens in keiner Fliegendose fehlen.
  • Die Größe der Fliege ist bedingt durch die Wassertemperatur. Das kalte Wasser zu Beginn der Saison verlangt oftmals nach großen Fliegen, während in den warmen Sommermonaten meist sehr kleine Fliegen der Schlüssel zum Erfolg sind.
  • Die Auffälligkeit der Fliege wird durch die Lichtverhältnisse und den Trübungsgrad des Wassers bestimmt. An sonnigen Tagen und bei klarem Wasser haben sich dezente Varianten mit wenig Flash bewährt. Bei zunehmender Trübung ist jedoch eine auffälligere Fliege von Vorteil. Getreu dem Motto: Gewinnt der Fluss an Farbe, dann sollte es die Fliege auch tun!

So absurd es klingen mag: Manchmal ist es das Beste, all diese Faustregeln zu ignorieren oder sie gar bewusst zu brechen. Insbesondere an stark frequentierten Stellen kann es von großem Vorteil sein, sich von den anderen Anglern abzuheben. Dies gilt gleichermaßen für die Wahl der Schnur und der Fliege. Wenn beispielsweise die Mehrheit der Angler mit kleinen Fliegen im Bereich der Oberfläche fischt, dann kann es äußerst produktiv sein, die Fische mit einer großen, tief präsentierten Fliege zu überraschen. Letztlich geht es wie auch bei allen anderen Disziplinen darum, seinen bevorzugten Stil und seine favorisierten Fliegen zu finden. Denn nur so fischt man mit Vertrauen und kommt in den Genuss des absoluten Einklangs.


Folgende, oftmals unerlässliche Utensilien vollenden die Ausrüstung für das Fliegenfischen auf Lachs:

  • An den meisten Gewässern ist eine brusthohe Wathose definitiv nötig. Einerseits um die ideale Wurfposition zu erreichen, andererseits um dem gehakten Fisch folgen zu können.
  • Eine Polarisationsbrille ist nötig um Nachläufer zu erkennen, Unterwasserstrukturen einschätzen zu können und die Augen vor der Fliege zu schützen (Hier mehr zum Thema „Polbrillen beim Fliegenfischen“).
  • Zusätzlich erhöht ein Watstock und eine Rettungsweste oder eine ähnliche Auftriebshilfe die Sicherheit beim Fischen. Lachse lieben sehr schnell strömendes Wasser, wodurch wir den Sicherheitsaspekt stets im Auge behalten sollten.
  • Auch ein Flachmann oder andere Utensilien mit einem solch symbolischen Charakter haben sich bewährt, denn ein gefangener Lachs sollte gebührend gefeiert werden! ;-)


Das taktische Vorgehen
Kommen wir nun zur praktischen Fischerei: Wo, wann und wie fängt man Lachse? An dieser Stelle sei erwähnt, dass dieser Beitrag selbstverständlich nicht in der Lage ist, die gesamte Thematik vollständig aufzuarbeiten. Vielmehr liefert er grundsätzliche Tipps, die einem den Start in diese faszinierende Materie erleichtern.


Wo fängt man Lachse?
Lachsgewässer gibt es in so ziemlich allen Größen: von den kleinsten dänischen Auen, die man mit einem beherzten Sprung überqueren kann bis zu den russisches Großflüssen auf denen ohne weiteres eine Berufsschifffahrt möglich wäre. Für den Anfang eignen sich dabei vor allem kleinere Gewässer, an denen keine gigantischen Wurfweiten erforderlich sind. Vielversprechende Aufstiege des atlantischen Lachses finden wir an vielen Orten der Welt: in Schottland, Island, sämtlichen Ländern Skandinaviens bis hin zu Russland und der Ostküste Nordamerikas – in Deutschland jedoch leider nicht mehr. Das Reisen ist somit für die meisten von uns ein fester Bestandteil der Lachsfischerei.


Wann fängt man Lachse?
Der atlantische Lachs ist ein anadromer Wanderfisch. Dies bedeutet, dass die erwachsenen Exemplare zum Laichen aus dem Atlantik in die Flüsse ihrer Jugend zurückkehren. Genau dann, wenn die Lachse „frisch“ im Fluss sind besteht für uns Angler die größte Chance solch einen Traumfisch zu fangen. Der Aufstieg erfolgt je nach Fluss zu ganz unterschiedlichen Jahreszeiten. So gibt es Frühjahres-, Sommer- und Herbstflüsse, was vielversprechendes Lachsangeln die ganze Saison hindurch ermöglicht. Dank besonders großer Fische erfreut sich insbesondere die Frühjahrsfischerei beispielsweise in Skandinavien oder Schottland größter Beliebtheit.


Wie fängt man Lachse?
Zweifellos bedarf jeder Gewässertyp, gar jedes einzelne Gewässer spezifischer Vorgehensweisen um erfolgreich auf Lachs zu fischen. Vor diesem Hintergrund befassen wir uns nun mit allgemeinen und grundlegenden Techniken, mit denen sich der Traum vom blanken Silber verwirklichen lässt.
Die am häufigsten verwendete Technik ist der sogenannte „Swing“. Hierbei handelt es sich um eine spannende Fischerei, die ähnlich belebend und dynamisch wie das gleichnamige Musikgenre ist. Klassisch platziert man seine Fliege in einem 45 Grad Winkel diagonal stromab, sodass sie an gespannter Schnur die Strömung kreuzt – eine Technik, die wahrscheinlich einige durch das Fischen mit Nassfliege kennen. Bewegt man sich nach jeder Drift ein Stück stromab, so entsteht eine systematische und äußerst effektive Vorgehensweise. Dabei ist die Geschwindigkeit der Fliege von größter Bedeutung. Diese kann auf unterschiedliche Art und Weise beeinflusst werden:

  • Durch ein Variieren des Winkels – ein steilerer Winkel führt zu einer schnelleren Drift, ein flacherer Winkel dementsprechend zu einer langsameren Drift.
  • Durch das sogenannte „Menden“ der Schnur. Hierbei wird absichtlich ein Schnurbogen auf dem Wasser abgelegt. Legt man den Schnurbogen stromauf verlangsamt sich die Fliege, bei einem Schnurbogen stromab gewinnt sie an Fahrt.
  • Durch zusätzliches Strippen. Eine unglaublich spannende Technik, durch die man die Geschwindigkeit der Fliege unmittelbar und zum entscheidenden Zeitpunkt erhöhen kann – wenn sie beispielsweise eine Strömungskante passiert und das schnelle Wasser verlässt.

Wichtig ist dabei vor allem eines: Nicht die Strömung, sondern der Angler selbst bestimmt die Geschwindigkeit der Fliege! Das wohl spektakulärste an dieser Methode ist zweifellos der Biss. Es ist ein wahrhaftig unbeschreibliches Erlebnis, wenn sich die Schnur strafft und man urplötzlich einen Widerstand spürt – ein Gefühl, das man selbst erlebt haben muss. Um die Wahrscheinlichkeit eines solchen Erlebnisses zu erhöhen ist es wichtig, an den richtigen Stellen zu fischen. Befassen wir uns also mit folgender Frage:


Wo genau bekommt man die Bisse?
Lachse lieben schlichtweg bewegtes Wasser, denn es versorgt sie mit Sichtschutz und Sauerstoff zugleich – letzteres ist insbesondere während der warmen Sommermonate von großer Bedeutung. Um einen Lachs mit der Fliegenrute zu überlisten sollte man also Bereiche mit stehendem Wasser meiden und sich auf strömende Stellen konzentrieren. Dabei zieht eine Vielzahl von Strukturen unseren Zielfisch magisch an. Allem voran sind es große Steine und Felsblöcke, die eine abwechslungsreiche Unterwasserstruktur bilden. Diese ragen nicht immer aus dem Wasser hinaus, wodurch es äußerst wichtig ist, die Strömung zu „lesen“. Interessanterweise scheinen sich Lachse vor allem im Strömungsschatten vor solcher Steine wohl zu fühlen. Doch auch die Bereiche neben und hinter diesen markanten Strukturen lassen die Herzen von Lachsanglern höher schlagen – hier die Rute stets gut festhalten! Natürlich zählen auch tiefe Pools, deren Ein- und Ausläufe sowie Stromschnellen zu den vielversprechenden Lachsstellen. Selbstverständlich ist eine Stelle an der man bereits Erfolg hatte immer wieder einen Besuch wert. Aber Achtung: Potentielle Fangstellen und deren Unterwasserstrukturen können sich von Jahr zu Jahr ändern. Als langfristig erfolgreicher Lachsangler muss man also stets flexibel bleiben!


Um auch dieses Kapitel abzurunden hier noch ein paar hilfreiche Tipps:

  • Die Fliege sollte nach Möglichkeit direkt nach der Landung anfangen zu fischen, andernfalls verliert man einen Großteil seiner Drift. Eine etwas kürzere Leine gestaltet die Fischerei oftmals effektiver, da eine saubere Präsentation von großer Bedeutung ist.
  • Weite Würfe sind nicht immer der Schlüssel zum Erfolg. Es ist stets notwenig, das Wasser zu „lesen“ und sich zu fragen, wo die Lachse wohl anzutreffen sind. Erstaunlich viele Fische werden so nah gefangen, dass nicht mal die Hälfte des Schusskopfes die Rutenringe verlassen hat.
  • „Auch Lachse haben Ohren.“ Okay, das mag zwar nicht wirklich stimmen, dennoch ist es wichtig möglichst leise zu agieren. Insbesondere Zweihandruten verleiten einen dazu, unnötig laut zu sein.
  • Der Lichtwechsel ist immer gut –  Auszuschlafen und abends als erster vor dem Kamin zu sitzen mag zwar bequemer sein, doch die interessantesten Phasen des Tages sind genau dann!
  • Faustregeln zu brechen ist vor allem bei hohem Angeldruck ein guter Weg, um sich von den anderen Anglern abzuheben. So können vermeidlich kleine Unterschiede, wie beispielsweise die Tiefe der Fliege, den Fisch überraschen und den magischen Moment herbeiführen.


Die wahre Herausforderung
So abgedroschen es klingen mag: Am Ball bleiben ist alles. Das Fliegenfischen auf Lachs kann nicht nur eine körperliche, sondern vor allem eine psychische Herausforderung darstellen. Sollte während einer Reise also mal keiner dieser Traumfische Interesse an deiner Fliege zeigen, so musst du eines bedenken: Je länger man auf einen Fisch wartet, desto größer ist die Freude, ihn tatsächlich zu fangen. Durchhalten lohnt sich also!
Zweifellos besitzt diese Disziplin eine hoch philosophische Komponente: Hoffnung, Spannung, Enttäuschung, ja gar Verzweiflung – der atlantische Lachs lässt uns Angler sämtliche Gefühlslagen durchleben. Doch genau das macht diese Form des Fliegenfischens absolut faszinierend. Zugegeben: Das Fangen eines Lachses ist alles andere als einfach. Doch was motiviert uns Lachsangler sich immer wieder dieser Herausforderung zu stellen? Sei es die permanente Chance auf den Ausnahmefisch des Lebens oder schlichtweg der Anblick eines buckelnden Lachses in Reichweite – ein unbeschreibliches Gefühl, das man selbst erlebt haben muss!


Solch einen Traumfisch zu fangen – vollkommen egal wie groß – kann einem wahrhaftig die Sprache verschlagen. Genau das ist die Macht von Salmo Salar. Der erste Lachs des Lebens sorgt für ein unverkennbares Lächeln – ein Lächeln, das jahrelang anhält.

Wir wünschen euch einen erfolgreichen Einstieg in die Lachsfischerei und Tight Lines!

 

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